App veröffentlichen: So läuft die Einreichung bei Google Play und im App Store
Die App ist fertig, die Tests laufen durch – im Store ist sie damit noch nicht. Zwischen dem letzten Build und dem Download-Button liegen ein Entwicklerkonto, ein gutes Dutzend Pflichtangaben und eine Prüfung durch Google beziehungsweise Apple. Je nach Konto dauert dieser Weg ein paar Tage oder mehrere Wochen.
Dieser Beitrag geht beide Verfahren Schritt für Schritt durch, Stand September 2026: was Sie vorbereiten müssen, wie lange die Prüfung dauert und woran Einreichungen am häufigsten scheitern.
Vor dem ersten Upload: das Entwicklerkonto
Ohne Konto keine Veröffentlichung. Beide Stores unterscheiden zwischen Privatpersonen und Unternehmen – und diese Wahl entscheidet über mehr als die Gebühr.
| Google Play | Apple App Store | |
|---|---|---|
| Kosten | 25 US-Dollar, einmalig | 99 US-Dollar pro Jahr, in Landeswährung |
| Kontotypen | Privat oder Organisation | Einzelperson oder Organisation |
| Nachweis für Unternehmen | D-U-N-S-Nummer | D-U-N-S-Nummer, rechtsfähige Organisation |
| Name im Store | Entwicklername frei wählbar | Einzelpersonen und Einzelunternehmer: bürgerlicher Name |
| Testpflicht vor dem Start | Nur neue private Konten: 12 Tester, 14 Tage | Keine |
Privatkonto oder Unternehmenskonto?
Bei Apple entscheidet die Rechtsform. Einzelpersonen und Einzelunternehmer werden als Privatperson geführt, im Store steht dann ihr bürgerlicher Name als Verkäufer. Wer dort den Firmennamen sehen will, braucht eine rechtsfähige Organisation wie eine GmbH oder UG und eine D-U-N-S-Nummer, über die Apple die Firma prüft. Diese Nummer vergibt Dun & Bradstreet, in den meisten Ländern kostenlos – planen Sie dafür trotzdem Vorlauf ein.
Bei Google ist der Entwicklername frei wählbar. Wichtiger ist hier der Kontotyp selbst: Private Konten, die nach dem 13. November 2023 angelegt wurden, müssen vor der ersten Veröffentlichung eine Testphase durchlaufen (mehr dazu unten). Unternehmen mit Organisationskonto brauchen sie nicht. Für einige Kategorien schreibt Google das Organisationskonto ohnehin vor, etwa für Finanz-Apps und medizinische Apps. Auch hier wird eine D-U-N-S-Nummer verlangt.
Unser Rat: Legen Sie das Konto auf Ihr Unternehmen an, nicht auf die Agentur oder den Entwickler. Beide Stores haben eine Nutzerverwaltung, über die Sie Ihrem Entwicklungsteam Zugriff geben – und wieder entziehen – können. Dann gehört die App von Anfang an Ihnen, und bei einem Wechsel des Dienstleisters muss nichts übertragen werden.
Was öffentlich sichtbar wird
Beide Stores zeigen mehr Kontaktdaten, als viele erwarten. Apple muss nach dem EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) bei gewerblichen Anbietern Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf der Produktseite veröffentlichen, sobald die App in der EU angeboten wird. Angeben, ob man gewerblich handelt, müssen alle Entwickler – Apps ohne diese Angabe nimmt Apple seit dem 17. Februar 2025 aus dem EU-Store. Google zeigt bei Konten, die mit kostenpflichtigen Apps oder In-App-Käufen Geld verdienen, die vollständige Adresse an.
Wer von zu Hause aus arbeitet, sollte deshalb vorher klären, welche Adresse und Telefonnummer im Store stehen sollen.
Technische Voraussetzungen
Beide Stores heben ihre Mindestanforderungen jedes Jahr an. Stand September 2026 gilt:
- Google Play: Neue Apps werden als Android App Bundle (AAB) hochgeladen und über Play App Signing signiert. Seit dem 31. August 2026 müssen neue Apps und Updates Android 16 (API-Level 36) als Ziel haben; auf Antrag gibt es Aufschub bis zum 1. November 2026. Apps mit Android 15 oder neuer als Ziel müssen außerdem 16-KB-Speicherseiten unterstützen – ab dem 1. Februar 2027 lassen sich Updates ohne diese Unterstützung nicht mehr veröffentlichen.
- Apple: Seit dem 28. April 2026 muss jeder Upload mit Xcode 26 und dem SDK für iOS 26 gebaut sein. Seit Mai 2024 verlangt Apple außerdem ein Privacy Manifest, in dem die App begründet, wofür sie bestimmte Systemschnittstellen nutzt; für verbreitete Drittanbieter-SDKs, die Apple auflistet, gelten dieselben Pflichten. Beim Upload fragt App Store Connect zudem ab, ob die App Verschlüsselung einsetzt (Exportkontrolle).
Wer mit einem plattformübergreifenden Framework wie Flutter entwickelt, erzeugt beide Pakete aus einer Codebasis – die Anforderungen der Stores gelten trotzdem getrennt, und beide müssen erfüllt sein.
Google Play: die Einreichung Schritt für Schritt
- App anlegen. In der Play Console legen Sie Name, Standardsprache und Art fest: App oder Spiel, kostenlos oder kostenpflichtig.
- Store-Eintrag ausfüllen. App-Name bis 30 Zeichen, Kurzbeschreibung bis 80, ausführliche Beschreibung bis 4.000 Zeichen. Dazu ein Icon (512 × 512 Pixel, PNG), eine Vorstellungsgrafik (1.024 × 500 Pixel) und Screenshots, bis zu acht pro Gerätetyp.
- App-Inhalte angeben. Hier warten die Pflichtformulare: Link zur Datenschutzerklärung, das Formular zur Datensicherheit, der Fragebogen zur Altersfreigabe (IARC), Zielgruppe, Werbung und Zugangsdaten für die Prüfer. Die Erklärungen zu Finanzfunktionen und zu Gesundheits-Apps muss jede App abgeben – auch wenn sie keine solchen Funktionen hat.
- Testen. Ein interner Test ist schnell eingerichtet. Neue private Konten müssen zusätzlich einen geschlossenen Test bestehen, bevor sie den Zugang zur Produktion beantragen können (siehe Kasten).
- Zur Prüfung einreichen. Das Release für die Produktion geht in die Prüfung. Laut Google kann sie bei bestimmten Konten bis zu sieben Tage dauern, in Ausnahmefällen länger. Mit der verwalteten Veröffentlichung (Managed Publishing) bestimmen Sie selbst, wann die freigegebene App live geht. Gestaffelte Rollouts an einen Teil der Nutzer gibt es erst für Updates, nicht für die erste Veröffentlichung.
Die Testphase für neue private Konten
- Sie gilt für private Entwicklerkonten, die nach dem 13. November 2023 angelegt wurden. Organisationskonten sind nicht betroffen.
- Mindestens 12 Tester müssen dem geschlossenen Test beitreten und 14 Tage ohne Unterbrechung dabeibleiben. Wer vorher austritt, zählt nicht.
- Danach beantragen Sie im Dashboard den Zugang zur Produktion und beantworten Fragen zum Test, zur App und zur Marktreife. Die Prüfung dauert laut Google meist sieben Tage oder weniger. Reicht der Test nicht aus, kann Google verlangen, dass Sie weiter testen.
- Tipp: Laden Sie mehr als 12 Tester ein. Steigt jemand vor Ablauf der 14 Tage aus, müssten Sie für einen Ersatz noch einmal 14 Tage warten.
Apple App Store: die Einreichung Schritt für Schritt
- App anlegen. In App Store Connect legen Sie die App mit Name, Sprache und Bundle-ID an.
- Build hochladen. Der Build kommt aus Xcode oder einer Build-Pipeline und erscheint nach der Verarbeitung in App Store Connect. Dabei beantworten Sie die Fragen zur Verschlüsselung.
- Produktseite und Pflichtangaben. Name und Untertitel je bis 30 Zeichen, Keywords bis 100 Byte, Beschreibung bis 4.000 Zeichen. Screenshots: 1 bis 10 pro Gerätegröße, für das iPhone mindestens 6,9 Zoll (etwa 1.320 × 2.868 Pixel) oder ersatzweise 6,5 Zoll, bei iPad-Unterstützung zusätzlich 13 Zoll. Dazu eine Support-URL, eine Datenschutzerklärung und die Angaben zum App-Datenschutz, die auch eingebundene SDKs abdecken müssen.
- Altersfreigabe. Seit 2025 gibt es zusätzlich die Stufen 13+, 16+ und 18+. Seit September 2026 gehören auch Fragen zu Social-Media-Funktionen zum Pflichtfragebogen.
- Mit TestFlight testen. Nicht Pflicht, aber sinnvoll: bis zu 100 interne und bis zu 10.000 externe Tester. Der erste Build für externe Tester durchläuft eine Beta-Prüfung, ein Build bleibt 90 Tage testbar.
- Zur Prüfung einreichen. Laut Apple werden im Schnitt 90 % der Einreichungen in weniger als 24 Stunden geprüft. Hat Ihre App eine Anmeldung, gehören Zugangsdaten für ein Demo-Konto in die Notizen für die Prüfer. Nach der Freigabe erscheint die App automatisch, frühestens zu einem Wunschtermin oder erst, wenn Sie sie selbst veröffentlichen.
Woran Einreichungen scheitern
Eine Ablehnung ist kein Ausnahmefall. Laut Apples Transparenzbericht für 2025 wurden 9,1 Millionen Einreichungen geprüft und knapp 2,1 Millionen abgelehnt – fast jede vierte. Mit Abstand am häufigsten verwies Apple dabei auf Abschnitt 2 der Richtlinien („Performance“), rund 1,35 Millionen Mal. Dazu gehören unfertige Apps und Angaben, die nicht zur App passen. Die gute Nachricht steht im selben Bericht: 387.087 Einreichungen wurden nach einer Ablehnung doch noch freigegeben.
Die typischen Stolpersteine, bei beiden Stores:
- Kein Zugang für die Prüfer. Hat die App eine Anmeldung, brauchen Apple und Google ein funktionierendes Testkonto – bei Apple ausdrücklich mit laufendem Backend.
- Unfertiges. Platzhaltertexte, tote Links, Abstürze. Apple verlangt finale Versionen mit funktionierenden URLs.
- Screenshots, die nicht die App zeigen. Sie müssen die App in Benutzung zeigen – nicht nur Titelbild, Login oder Startbildschirm.
- Konto anlegen, aber nicht löschen. Wer in der App ein Konto anlegen kann, muss es dort auch löschen können. Google verlangt zusätzlich einen Weblink, über den Nutzer die Löschung beantragen können.
- Datenschutzangaben, die nicht stimmen. Das Formular zur Datensicherheit bei Google und die Datenschutzangaben bei Apple müssen auch erfassen, was eingebundene SDKs – etwa für Analyse oder Werbung – an Daten sammeln.
- Nur eine verpackte Website. Apple verlangt, dass eine App mehr bietet als eine neu verpackte Website (Richtlinie 4.2).
- Anmeldung nur über Drittanbieter. Bietet die App die Anmeldung per Google, Facebook & Co. an, verlangt Apple eine gleichwertige Alternative, die nur Name und E-Mail abfragt und die E-Mail-Adresse verbergen lässt.
Wird eine App abgelehnt, nennt die Prüfung die betroffene Richtlinie. Meist genügt es, den Punkt zu beheben und neu einzureichen. Halten Sie die Entscheidung für falsch, können Sie bei Apple einmal pro abgelehnter Einreichung Einspruch beim App Review Board einlegen, bei Google über den Link in der Benachrichtigungs-E-Mail.
Wie lange dauert es bis zur Veröffentlichung?
| Abschnitt | Google Play | Apple App Store |
|---|---|---|
| Konto | Einrichtung mit Identitätsprüfung; Organisationen mit D-U-N-S-Nummer | Anmeldung; Organisationen prüft der Apple Developer Support |
| Testphase | Neue private Konten: mindestens 14 Tage, danach Antrag auf Produktionszugang (meist bis zu 7 Tage) | Keine Pflicht |
| Prüfung | Bis zu 7 Tage, in Ausnahmen länger | Im Schnitt 90 % unter 24 Stunden |
| Start zum Stichtag | Verwaltete Veröffentlichung | Manuelle Freigabe oder Wunschtermin |
Mit einem neuen privaten Google-Konto kommen so zwischen gut zwei und vier Wochen zusammen, bevor die App öffentlich ist. Mit einem Organisationskonto oder bei Apple geht es deutlich schneller – vorausgesetzt, die Einreichung geht beim ersten Mal durch.
Für feste Starttermine heißt das: früh einreichen und die freigegebene App zum Stichtag live schalten. Beide Stores trennen Freigabe und Veröffentlichung. Wie viel Zeit die Entwicklung selbst braucht, steht in unserem Überblick zu den Phasen der App-Entwicklung.
Nach dem Start: Die Anforderungen wandern mit
Mit der ersten Veröffentlichung ist die Pflicht nicht erledigt. Google hebt das Ziel-API-Level jedes Jahr zum 31. August an, Apple die Mindestversion des SDK jedes Frühjahr. Wer nicht nachzieht, kann keine Updates mehr einreichen. Bei Google kommt ein zweiter Effekt hinzu: Eine App, deren Ziel-API-Level zu alt ist, steht neuen Nutzern auf aktuellen Android-Versionen nicht mehr zur Verfügung.
Dazu kommen neue Formulare – Apples Fragen zu Social-Media-Funktionen etwa sind seit September 2026 für jedes Update Pflicht. Planen Sie deshalb von Anfang an ein Budget für die Pflege ein, auch wenn sich an den Funktionen nichts ändert.
Einreichen lassen statt selbst durchkämpfen
Bei unseren App-Projekten gehört die Veröffentlichung dazu: Wir bereiten Store-Einträge und Screenshots vor, füllen die Formulare aus und beantworten Rückfragen von Apple und Google, bis die App freigegeben ist. Wie so ein Projekt von der Idee bis in beide Stores aussieht, zeigt die Case Study zu Klaimo. Leistungsumfang und Preise finden Sie unter App entwickeln lassen – oder Sie holen sich direkt eine kostenlose Einschätzung.
Häufig gestellte Fragen zur App-Veröffentlichung
Was kostet es, eine App bei Google Play und im App Store zu veröffentlichen?
Google verlangt für das Entwicklerkonto einmalig 25 US-Dollar, Apple für das Developer Program 99 US-Dollar pro Jahr, abgerechnet in Landeswährung. Dazu kommt der Aufwand für Store-Einträge, Screenshots und Pflichtangaben – und später für die jährlichen technischen Updates.
Wie lange dauert die Prüfung einer App?
Apple prüft nach eigenen Angaben im Schnitt 90 % der Einreichungen in weniger als 24 Stunden. Bei Google kann die Prüfung bis zu sieben Tage dauern, in Ausnahmefällen länger. Neue private Google-Konten müssen vorher zusätzlich 14 Tage testen.
Muss ich für Google Play wirklich 12 Tester finden?
Nur mit einem privaten Entwicklerkonto, das nach dem 13. November 2023 angelegt wurde. Die 12 Tester müssen 14 Tage ohne Unterbrechung am geschlossenen Test teilnehmen. Für Organisationskonten, also Unternehmen mit D-U-N-S-Nummer, gilt die Testphase nicht.
Kann ich meine App unter dem Firmennamen veröffentlichen?
Bei Google ja, der Entwicklername ist frei wählbar. Bei Apple nur mit einem Organisationskonto, also mit einer rechtsfähigen Firma und einer D-U-N-S-Nummer. Einzelpersonen und Einzelunternehmer erscheinen dort mit ihrem bürgerlichen Namen als Verkäufer.
Was passiert, wenn meine App abgelehnt wird?
Sie erfahren, gegen welche Richtlinie die App verstößt, beheben den Punkt und reichen neu ein. Das ist Alltag: Allein bei Apple wurden 2025 über 387.000 Einreichungen nach einer Ablehnung doch noch freigegeben. Gegen Entscheidungen, die Sie für falsch halten, können Sie Einspruch einlegen.